GTA 2 Stories - The Big Fat Kill (1)

Der Film ist eine kleine Hommage (ausgesprochen: Omásch) an das Spiel "GTA 2", dem ich bis heute treu geblieben bin und welches in meinen Augen das wohl unterhaltsamste Spiel aller Zeiten darstellt.

Warum ich?

 

Das ist der "Director´s Cut" meines Bewerbungsfilmes für die TFH, welcher ursprünglich eine Laufzeit von einer Minute betrug. Da diese Minute noch nicht ganz meinen Vorstellungen entsprach, habe ich eine neue Fassung angefertigt.

Spannung am Limit

Ist es möglich, Spannung zu erzeugen, wenn einem nur 300 Wörter zur Verfügung stehen? Entscheidet selbst:

„… tick, tack, tick, tack. 0:47. Es waren nur noch ein paar Meter. Neill rannte schneller als je zuvor in seinem Leben. Seine Familie war in Gefahr. Sie hatten es auf ihn abgesehen. Wesen, die nicht von dieser Welt waren. Blutsaugende Teufel, die sich im Dunkel der Nacht bewegten. Neill wusste weder, woher sie kamen noch was sie von ihm wollten. Er blieb atemlos stehen und schaute sich um. Ein leichter Nebel umhüllte die Stadt. Die Straßen waren wie leer gefegt. Das Einzige, was man vernehmen konnte, war das Fauchen der Monster, die ihn verfolgten. Als die Töne wieder lauter wurden, hastete Neill weiter. Er musste seine Familie retten. 0:32. Er kam bei seinem Haus an. Die Tür war offen und man sah große Kratzer auf der Türklinke. Neill schritt panisch hinein. Noch immer außer Atem. Die Wände im Inneren waren mit Blut beschmiert. „NEILL“ stand drauf. Etwas Schlimmeres hatte er noch nie gesehen. Wo waren seine Frau und sein Kind? 0:25. Eine Spur von Kleiderfetzen führte in den zweiten Stock. Neill folgte ihr. 0:19. Als er oben ankam ließ ihn ein fürchterliches Kreischen aufschrecken. Eines der Wesen war im Haus und lief direkt auf ihn zu. Neill stürzte sich mit letzter Kraft in sein Arbeitszimmer und schloss hinter sich ab. 0:14. Das offene Fenster im Zimmer ließ die Papiere auf seinem Schreibtisch wild herum flattern. Er wünschte, er hätte sich nie auf dieses Forschungsprojekt eingelassen. Neill trat in die Mitte des Raumes und starrte auf die Tür, die sich jeden Moment zu öffnen drohte. 0:10. Wo war seine Familie? Plötzlich zersprangen die Fensterscheiben in seinem Zimmer mit einem lauten Knall. Neill wurde zu Boden geschleudert. Aus allen Wänden stießen Klauen ins Zimmer. 0:05. Neills Blick fiel auf seine Digitaluhr, deren Ziffern im Sekundentakt herunter liefen. 0:04. 0:03. Man hörte Kinderschreie aus dem Zimmer nebenan. 0:02. 0.01. 0:00. Neill wurde von irgendwas..."


Oh, das war es leider auch schon. 300 Wörter. (Die Ziffern wurden nicht mitgezählt.) War nicht spannend, oder?

Danach

Als der Krieg aus war, kam der Soldat nach Hause. Aber er hatte kein Brot. Da sah er einen toten Mann am Wegesrand liegen. Dieser schmale und einzige Weg führte ihn in seine Heimatstadt. Er ging an dem gelben Stadtschild vorbei. „Danach", sagte er früher immer. „Danach geht´s nach Hause."
Der tote Mann hielt eine Schnapsflasche in beiden Händen. Fest umklammert. Sie war leer. Die dürre Gestalt und das verzerrte Gesicht ließen auf Leid, Hunger und Angst schließen. Es war nicht der erste Tote, den der Soldat gesehen hatte. Auch nicht der letzte. Er kannte den Anblick. Sein Magen knurrte. Seit zwei Tagen hatte er nicht mehr als ein kleines Stück Brot gegessen. Er kannte das Gefühl des Hungers. Das ewig erscheinende Liegen im Schützengraben. Tagelang. Wochenlang. Sechs Jahre lang. „Danach", sagte er immer. „Danach wird´s besser."
Der junge Soldat setzte sich auf einen am Boden liegenden Baumstamm neben der Leiche. Seine schwere Tasche ließ er mit einem Ruck auf seine Füße fallen. Er zog an dem abgenutzten Reißverschluss seiner Tasche und kramte darin. Aber er hatte kein Brot, das wusste er. Alles wertlos. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Nur er und diese Leiche. Nachdem er seine Tasche wiederholt durchgesehen hatte, beugte er sich zu dem toten Mann. Vielleicht hatte der etwas Essbares. Er fasste in die Hosentaschen des Mannes. Nichts. Er drehte die Leiche um und schaute in dessen Westentaschen. Fehlanzeige. Kein Essen. In diesem Moment fragte sich der Soldat, was wohl seine Mutter zu ihm sagen würde. Er hatte Angst davor. Er kannte den Weg nach Hause noch genau. Es war alles irgendwo vertraut. Vögel zwitscherten. Gras wuchs. Eine friedliche Stille. Keine Mörsereinschläge. Kein Sperrfeuer. Kein Todesgeschrei. Doch war alles auch irgendwie fremd für ihn. Einzig der tote Mann vor ihm machte einen gewohnten Eindruck auf den jungen Soldaten. „Du Freund bist´s, von allen der Familiärste", sagte er mit bewunderndem Blick zu der Leiche.
Wie ging es der Mutter? Stand das Haus aus vergangenen Jugendtagen noch? Was gab es zu Hause zu essen? Alles Fragen, die er sich stellte. Doch er wollte keine Antworten mehr. Der junge Soldat stand auf, nahm seine Tasche und verabschiedete sich von dem toten Mann. Er ging den schmalen Weg zurück. „Vielleicht komme ich später wieder", sagte er nun. „Danach."
Der Soldat blickte zurück zu dem gelben Schild seiner Heimatstadt und lief erneut an ihm vorbei...

Die Magie des Gedichtes

Mal zerbrechlich und mal hart,
dein Antlitz, das Leben um sich schart.
Wohlig glänzend, dein Äußeres,
goldig leuchtend, was Besonderes.

Oh, dein einzigartiger Geruch,
der weltweit seinesgleichen sucht.
Dein atemberaubend natürlicher Duft,
er dringt berauschend durch die Luft.

Man trifft dich an so manchem Fleck,
ob draußen, drinnen, im Licht oder versteckt.
Nicht umsonst findet man dich weit und breit,
durch dich entsteht Freiheit, Wachstum und auch Zeit.

Auch wenn deine Vielfalt stets anstieg,
du bleibst für mich garantiert unik.
Es gibt auch Leute, die würden dich gerne missen,
doch ginge es ihnen dann auch beschissen.

Ist es nicht erstaunlich, wie man mit einem Gedicht sogar "Scheiße" schönreden kann?